3 wichtige Entscheidungen für eine langfristig erfolgreiche S/4 Strategie

Jeder SAP Bestandskunde beschäftigt sich bis spätestens 2025 mit der Frage, wie seine Strategie für ein S/4 HANA Enterprise Management zukünftig aussehen soll. SAP Kunden haben verschiedene Handlungsoptionen, die sie kennen sollten, um die jeweiligen Vor- und Nachteile gründlich abzuwägen.

Im Wesentlichen sollten folgende drei Bereiche intensiv betrachtet werden: 

 

1. Entscheidung zur generellen S/4 Strategie

Neben der grundsätzlichen Entscheidung des Zeitplans für eine Umstellung auf S/4HANA EM, ist die Frage nach einem passendem Betreibermodell von großer Bedeutung. Möchte ich mein zukünftiges S/4 System weiterhin on-premises betreiben oder gehe ich in die Cloud? Falls ich aktuell bereits einen Outsourcing Dienstleister nutze, bleibe ich bei meinem jetzigen Partner oder nehme ich einen Wechsel vor? Bringt mir ein Wechsel in das HANA Enterprise Cloud Modell (HEC) oder in das Partner Managed Cloud Modell (PMC) einen Vorteil? Dabei darf man sich nicht vom Begriff der „Cloud“ täuschen lassen. Nur weil die SAP etwas mit Cloud betitelt, muss dies noch lange kein Cloud Produkt im herkömmlichen Sinne sein. Auch im HEC oder PMC Modell gibt es verschiedene Szenarien in denen ein on-premises System für Kunden gehostet wird und Kunden in einem „bring your own licence“ Szenario auf dem herkömmlichen Weg Lizenzen selbst kaufen und dem Betreiber bereitstellen muss. Für beide Modelle ist jedoch auch ein S/4 System aus der Steckdosemöglich, bei dem Kunden sowohl für die Infrastruktur als auch für die Lizenzen einen monatlichen Mietpreis bezahlen.

 

2. Entscheidung zum Nutzungsportfolio

Eine kompliziertere Thematik ist die Frage nach dem langfristigen Nutzungsportfolio. Bekomme ich meine derzeitigen ECC Funktionalitäten und meine aktuell lizenzierten Produkte in einem S/4 System abgebildet? Oder muss ich damit rechnen, das heutige ECC-Kernfunktionalitäten nicht mehr im S/4 Kern (Digital Core) enthalten sind und ich Zusatzprodukte wie Engines oder Cloudprodukte benötige? Setze ich für meine zukünftige Systemlandschaft auf eine homogene SAP Strategie oder entscheide ich mich für eine heterogene Landschaft mit einem Mix aus SAP Produkten und Non-SAP Produkten?

 

3. Entscheidung zum Lizenzmodell

Sobald eine Strategie für die ersten beiden Punkte vorliegt, muss eine Entscheidung für das passende Lizenzmodell gefällt werden. Bestandskunden haben zwei alternative Lizenzmodelle zur Auswahl:

Alternative 1: Beibehalten des ECC Lizenzmodells mit product conversion

Durch das ProduktS/4HANA Enterprise Management for ERP Customers in Verbindung mit einem bestehenden ERP Package, können Bestandskunden ihr bisheriges User Modell (Application oder Business Suite Lizenztypen) behalten und dieses unter einem S/4 System nutzen. Lediglich für zukünftig benötigte Engines müssen ggf. neue Lizenzen hinzugekauft werden bzw. von ECC Produkten in S/4 Produkte umgeschlüsselt werden (product conversion). Dieses Lizenzmodell hat unter anderem den Vorteil, dass die bestehende Vertragshistorie im Wesentlichen beibehalten werden kann. Dieses gilt zum Beispiel auch für bestehende Regelungen hinsichtlich der indirekten Nutzung. Ein Nachteil dieses Modells ist allerdings die Lizenzierungspflicht der NetWeaver Foundation for Third Party Applications. Im neuen S/4 Lizenzmodell entfällt diese Lizenzpflicht.

Alternative 2: Migration in das S/4 Lizenzmodell mit contract conversion

Bei einer Migration in das S/4 Lizenzmodell erfolgt eine Anrechnung aller Altlizenzen bei einem gleichzeitigen Neukauf der benötigten S/4 Lizenzen. Sämtliche bestehende Verträge werden hierbei aufgelöst und ein neuer Vertrag wird geschlossen (contract conversion). Für Bestandskunden im Business Suite Lizenzmodell kann diese Variante ein Vorteil sein, da der Professional User im S/4 Modell einen Preisvorteil im Listenpreis bietet (3.800 € vs. 3.500 €). Hiermit können finanzielle Optimierungspotentiale im Lizenzmodell erzielt werden. Ebenfalls dürfen nicht mehr genutzte Produkte in angerechnet werden und können bei Bedarf gegen neue sinnvolle Produktegetauscht werden. Die contract conversion Variante birgt jedoch auch Risiken, die unbedingt im Voraus bedacht werden sollten. So hat der Verzicht auf die Vertragshistorie ggf. zur Folge, dass kundenfreundliche Regelungen aus der Vergangenheit aufgegeben werden müssen. Hier ist es notwendig sicherzustellen, dass alle kundenrelevanten Inhalte in den neuen Vertrag überführt werden.

Zusätzlich müssen Kunden die das S/4 Lizenzmodell auswählt haben damit rechnen, dass die von der SAP bereits angekündigte Vermessungnach Berechtigungenforciert wird. Die Userbeschreibungen des S/4 Modells ermöglichen eine entsprechende Vermessung, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung. Des Weiteren wird eine Lizenzierung des Digital Access im S/4 Modell zwingend erforderlich sein, da es zukünftig keine anderen Lizenzierungsoptionen für die indirekte Nutzung mehr geben wird.

 

Eine zukunftsfähige S/4 HANA Strategie sollte grundsätzlich die jeweilige Ausgangssituation, das Nutzungsportfolio sowie das Lizenzmodell berücksichtigen. Welche Handlungsoptionen Sie haben und  welche Vor- und Nachteile Sie unbedingt bedenken sollten, erarbeiten wir gerne gemeinsam mit Ihnen in unseren individuellen Workshops.

 

Entwicklung einer S/4 Lizenzstrategie -  zum LeistungspaketWorkshop SAP Lizenz Potentialanalyse: https://mark-it-place.de/lizenzmanagement/leistungspakete/22/workshop-sap-lizenz-potentialanalyse?c=23

 

Bewertung des Digital Access – zum LeistungspaketWorkshop SAP indirekte Nutzung: https://mark-it-place.de/lizenzmanagement/leistungspakete/23/workshop-sap-indirekte-nutzung?c=23

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